Skip to main content
  • DiReBio

    Laufzeit: 01 Oct 2017 - 01 Oct 2021

    Fördermittelgeber: BMBF

    Unsere Projektpartner: ATB, WiLaP, WfBB, KanuFisch, Frrapo


    Der gesellschaftliche Diskurs zur bioökonomischen Transformation läuft auf unterschiedlichen Ebe- nen ab. Einerseits wird der Wandel als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden. Hierbei sind insbesondere die ethischen, technik-philosophischen, sozio-kulturellen und rechtlichen Fragestellun- gen zu bewältigen, um diesen Prozess mit den allgemeinen Werten und Normen abzustimmen. An- dererseits wird sich der konkrete Wandel auf regionaler Ebene niederschlagen. Jede einzelne Ge- meinde oder Landkreis wird sich mit der bioökonomischen Transformation auseinandersetzen. Sie betrifft die Lebensweise jedes Einwohners, das Management von Unternehmen, die regionalen Ver- sorgungsstrukturen, die Landschaft und die regionale Stimmungslage. Die lokale/regionale Politik wird dieser persönlichen und unmittelbaren Betroffenheit nicht nur mit Diskursen zu ethischen, philo- sophischen, sozio-kulturellen oder rechtlichen Fragestellungen entgegentreten können. Der Diskurs muss auf die jeweilige Region ausgerichtet sein und der Bevölkerung und den Unternehmen ganz konkret aufzeigen, welche Veränderungen, Ursachen, Chancen und Risiken für sie von Bedeutung sind. Dieser Diskurs muss partizipativ mit den zukünftig Betroffenen stattfinden, sodass jede Region und jedes Unternehmen die zukünftige Rolle und Anforderungen im bioökonomischen Transformati- onsprozess erkennen oder finden kann. Einzelpersonen erkennen darüber außerdem die gesamtge- sellschaftliche Bedeutung von Bioökonomie.

    Der Diskurs wird in diesem Vorhaben über regionale Workshops zu Zukunftsanalysen vorangetrie- ben. Dabei werden unterschiedliche Szenarien unter den Prämissen einer aktiven, inaktiven, reakti- ven oder passiven Verhaltensweise der regionalen Akteure entwickelt. Eingesetzt werden angepass- te Methoden aus der System- und Wandlungsfähigkeitsanalyse sowie haptische Methoden der Ide- enentwicklung. Die Workshops werden mit regionalen Vertretern aus den Bereichen Landwirtschaft, Industrie, Handel, Logistik, Schulwesen, Verwaltung, Forschung, Strukturentwicklung, Ökologie, Bür- gerschaft und Jugendarbeit besetzt. Die erarbeiteten Zukunftsmodelle werden in einem Folgeschritt von Kindern und Jugendlichen als diejenigen, die in der Zukunft von diesen Ansichten, Plänen und Strategien am stärksten betroffen sein werden, hinsichtlich Verständlichkeit und Plausibilität beurteilt. Basierend auf diesen Ergebnissen wird aus den vier Extremszenarien ein regionales, strategisches Zukunftsmodell zur bioökonomischen Gesellschaft zusammengestellt, aus welchem konkrete politi- sche, ökonomische, ökologische und soziale Maßnahmen gemeinschaftlich und regional abgeleitet werden. Dieser Strategievorschlag wird von der jeweiligen kommunalen Öffentlichkeit bewertet.

    Für jede Phase in diesem Diskursprozess sind Gestaltungsalternativen vorgesehen, sodass die Wirksamkeit einzelner Formatkonfigurationen, Anreizsysteme, Methoden und Kommunikationskanä- le vergleichend ermittelt werden. Das Format für den Diskursprozess wird dahingehend entwickelt und verfeinert, dass es als effektives aber kostengünstiges Format flächendeckend genutzt werden kann. Es wird untersucht, worin die Motivation begründet liegt, sich als Organisation oder Bürger an einen regionalen Zukunftsdiskurs zur Bioökonomie zu beteiligen. Für den Bereich der Kinder- und Jugendbildung werden biotechnologische Versuchsanordnungen entwickelt, die nicht nur für die Workshop-Reihe genutzt werden sondern auch für Schulen und Jugendarbeit als mobiles Schu- lungsprogramm verfügbar gemacht werden. Im Projekt entwickelte Diskursformate sowie Schulungs- angebote zur Methodenanwendung oder Medienarbeit werden so gestaltet und geplant, dass sie nach der Projektlaufzeit von den Projektpartnern und weiteren Interessierten gemeinnützig oder so- gar ehrenamtlich angeboten werden können.